Aktivistin Frauke hat selbst zwei
Qualzucht-Katzen der Rasse Scottish Fold, auch Faltohrkatzen genannt, in ihrer Miezbude und gibt uns Einblicke, inwiefern sich ihr Leben verändert hat und wie man als Besitzer*in einer solchen Scottish Fold Katze fühlt und sich engagieren kann. Außerdem gibt es natürlich ganz viele spannende Informationen rund um die Qualzucht Scottish Fold. HERE MIAU!

Warum gelten Scottish Fold Katzen als Qualzucht?
"Wie schon angedeutet, sind auch Scottish Fold Katzen Qualzuchten. Sie leiden unter einem Gendefekt, der die Gelenke und Knorpel des Körpers betrifft und die Gelenkkrankheit Osteochondrodysplasie (kurz OCD) verursacht, dieser Defekt sorgt unter anderem für die geknickten Ohren und den Namen "Faltohrkatzen". Symptome der Krankheit sind Gelenkschmerzen und daraus resultierende Auffälligkeiten beim Springen und Gehen, Bewegungsunlust der Katze und Schmerzempfindlichkeit bei Berührung. Je nach Stärke der Krankheit können diese Faltohrkatzen täglich und permanent mit starken Schmerzen zu kämpfen haben. Eine Heilung für OCD gibt es leider nicht
Wenn du nochmal genau nachlesen möchtest was es mit dem Thema Qualzucht bei Katzen denn überhaupt auf sich hat, dann spring nochmal fix zu unserem Artikel "Qualzucht bei Katzen - das solltest du wissen!"

Warum hast du zwei Scottish Fold Katzen aufgenommen?
Mein Freund und ich hatten gemeinsam beschlossen, dass wir zwei Katzen bei uns aufnehmen möchten. Es war schon immer der Wunsch von meinem Freund, zwei Britisch Kurzhaar Katzen zu haben und somit haben wir angefangen, uns über die Rasse zu informieren. Irgendwann war dann der Entschluss gefallen. Über Umwege wurden uns die Kontaktdaten einer Dame vermittelt, die zwei Würfe ihrer Katzendamen zuhause habe: einen reinrassigen Britisch Kurzhaar Wurf und einen Mischlingswurf. Wir kannten den Unterschied zwischen Vermehrer*innen und Züchter*innen nicht und naiv wie wir waren, dachten wir, dass Privatpersonen doch die bessere Alternative zu Züchter*innen seien. Da würde es ja wirklich um die Liebe zum Tier gehen…
Wir haben also die beiden Würfe angeschaut, haben uns mit der Besitzerin ausgetauscht und uns einen Eindruck vom Umfeld gemacht. Entgegen der Planung haben wir uns nicht für den „reinrassigen Wurf“, sondern für den Mischlingswurf entschieden und Neo und Fluffy ausgewählt. Für uns hat der Charakter gezählt und bei den beiden hat es Klick gemacht. Das Muttertier von Neo und Fluffy kannten wir, sie war eine gewöhnliche Hauskatze mit stehenden Ohren. Die Mutter des anderen Wurfs sah tatsächlich aus wie eine reinrassige Britisch Kurzhaar und hatte ebenfalls stehende Ohren. Beide Muttertiere wurden vom selben Kater gedeckt, laut Angaben der Vermehrerin ebenfalls ein reinrassiger Britisch Kurzhaar Kater. Und wir haben ihr geglaubt. Heute wissen wir, dass es sich bei dem Vater um einen Scottish Fold Kater gehandelt haben muss. Ob die Vermehrerin es selbst nicht wusste oder ob sie es uns verschwiegen hat, können wir bis heute nur rätseln.
Wir wussten, dass die Rasse Scottish Fold existiert, hatten uns aber nie damit auseinandergesetzt, denn es stand ja nie zur Debatte, dass wir Scottish Fold Katzen kaufen wollten. Leider war das Thema zu diesem Zeitpunkt auch bei weitem nicht so populär wie heute. Dass die Ohren einiger Kitten aus dem Wurf ein wenig kleiner aussahen als andere, hat uns nicht verwundert. Wir sind einfach davon ausgegangen, das sei normal. Hätten wir zu dem Zeitpunkt gewusst, dass es sich um eine andere Rasse handelt, hätten wir uns auch über diese Rasse informiert und hätten wir gewusst, was es mit der Scottish Fold auf sich hat, hätten wir uns nie für diese Rasse entschieden.
Ich wurde das erste Mal auf Instagram damit konfrontiert, dass wir keine „Britischkurzhaarmischlinge“ zuhause haben, als eine liebe Followerin, mit der ich noch heute in Kontakt stehe, mich angesprochen hat, wieso ich denn nicht einfach „Scottish Fold“ und somit die Wahrheit in meine Instagram Biographie schreibe. Da habe ich ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt und war noch immer der Meinung, ich habe doch gar keine Scottish Fold… die Katzen sind doch eine Mischung aus BKH und Hauskatze? Erst nach und nach habe ich mich mehr mit dem Thema befasst und so richtig bewusst wurde es mir, als es einen riesigen Shitstorm gegen eine große Influencerin gab, die sich zwei Scottish Fold Kitten gekauft hatte. Da dachte ich mir „Frauke, du hast ganz schön Mist gebaut“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mehr und mehr in das Thema eingelesen, um meinen Jungs so gut wie möglich helfen zu können, um zu verstehen wie das alles zustande kommt und schlussendlich auch um anderen zu helfen und aufzuklären. Um andere vor dem selben Fehler zu bewahren, wie wir ihn begangen haben.

Welche gesundheitlichen Probleme haben Scottish Fold Katzen?
Bei mir wohnen drei Kater: Als Erstes sind Neo und Fluffy eingezogen, die beiden Scottish Fold Kater sind Brüder und etwa seit 3,5 Jahren Teil unserer Familie. Sie sind sehr vorsichtige Kater und gegenüber fremden Personen eher zurückhaltend. Neo hat natürlich auch so seine Besonderheiten: Er miaut zum Beispiel nie, sondern quiekt immer nur.
Im Juni 2021 habe ich mich dazu entschlossen, die beiden röntgen zu lassen und auf die Krankheit OCD, die für Scottish Fold Katzen typisch ist, untersuchen zu lassen. Symptome hatte ich nur bei Fluffy bemerkt, es war für mich aber naheliegend auch seinen Bruder durchchecken zu lassen. Leider wurde im Rahmen dieses Röntgentermins bei beiden OCD diagnostiziert, wie vermutet ist Fluffy allerdings stärker betroffen als Neo. Aktuell beschränkt sich unsere Behandlung auf die Unterstützung durch pflanzliche Supplemente wie beispielsweise Grünlippmuschelpulver, auf lange Sicht gesehen werden wir um eine Schmerzmitteltherapie wohl nicht herumkommen. Zusätzlich möchte ich bald damit beginnen, Übungen zur Stärkung des Bewegungsapparates in unseren Alltag miteinzubeziehen. Wenn man Fluffy beim Laufen beobachtet, wird einem schnell bewusst, dass sich sein Gangbild von einer gesunden Katze unterscheidet. Er sitzt häufig in Entlastungspositionen und vermeidet es immer wieder zu springen. Bei Neo haben wir bisher zum Glück keine Symptome beobachten können, ich hoffe, das bleibt lange so.

Wie lebt es sich mit Scottish Fold Katzen im Alltag?
Eine Qualzuchtbesitzerin zu sein ist in erster Linie von vielen verschiedenen Emotionen geprägt, eine Mischung aus Wut, Scham, einem schlechten Gewissen, Verzweiflung und einer riesigen Portion Angst.
Ich bin oft wütend: Wütend auf mich selbst, dass ich es nicht besser wusste und eine Qualzucht unterstützt habe, dass ich mich nicht besser informiert habe. Aber auch wütend auf all die Vermehrer*innen, die bewusst kranke Tiere vermehren. Wütend auf Personen, die das Thema leugnen und schönreden. Wütend auf die Politik, dass nicht mehr in den Tierschutz investiert wird und gegen die Vermehrung von Qualzuchten vorgegangen wird.
Ich schäme mich manchmal, zuzugeben, eine Qualzucht zu besitzen. Nicht weil ich mich für Neo und Fluffy schäme, sondern weil ich mich für meine Uninformiertheit und meine Naivität schäme. Ich hätte es besser machen müssen. Dieses schlechte Gewissen wird mich vielleicht für immer begleiten. Als Qualzuchtbesitzerin werde ich manchmal angegangen, beleidigt und mir werden furchtbare Dinge um die Ohren geworfen, ohne dass mich die Leute kennen. Erst vor kurzem wurde ich von einer völlig Unbekannten als verlogen und abscheulich beschimpft, mir wurde als gerechte Strafe für meinen Fehler eine unheilbare Krankheit gewünscht. Und ich kann die Verzweiflung dieser Person verstehen, der die Qualzuchtthematik sehr nahezugehen scheint, aber auch mich treffen solche Anschuldigungen. Manchmal habe ich ein schlechtes Gefühl dabei, anderen Personen Bilder von Neo und Fluffy zu zeigen, obwohl die beiden mein ganzer Stolz sind. Es ist kein schönes Gefühl, Bilder von deinen Katzen zu zeigen und direkt einzuwerfen „Ja, sie sind süß, aber …“
Ich bin oft verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Ich wünsche mir so sehr, dass endlich etwas gegen das Leid der Tiere unternommen wird, dass es höhere Strafen für Vermehrer*innen und Händler*innen von Qualzuchten geben würde, dass es Kontrollen gäbe und dass die Vermehrung der Rasse endlich gestoppt würde. Aber was kann ich hierfür für einen Beitrag leisten? Ich würde gerne mehr tun, mich mehr engagieren, aber oft sind mir die Hände gebunden. Ich bin verzweifelt, weil es ein Kampf gegen Windmühlen ist.
Am schlimmsten ist die Angst, die sicher jeder Tierbesitzer und jede Tierbesitzerin mit einem kranken Haustier nachempfinden kann. Ich würde alles für meine Katzen geben, aber ich kann ihnen die Schmerzen leider nicht nehmen, egal wie sehr ich es mir wünsche. Ich habe Angst, vor dem Tag, an dem sich der Gesundheitszustand der beiden verschlimmert. Es bricht mir das Herz, daran zu denken, dass meine beiden Jungs leiden müssen und Schmerzen haben. Und ich habe riesige Angst vor dem Tag, an dem ich ihnen vielleicht nicht mehr helfen kann. An dem ihnen vielleicht niemand mehr helfen kann.

Das solltest du vor der Anschaffung einer Scottish Fold Katze wissen!
In erster Linie ist es natürlich wichtig, sich vor der Anschaffung eines Haustieres umfassend zu informieren und so zu vermeiden, aus Versehen eine Qualzucht zu kaufen, dazu gehört auch, keinesfalls bei Vermehrer*innen zu kaufen, sondern lieber ein Tier aus dem Tierschutz zu adoptieren oder aus einer seriösen Zucht aufzunehmen. Wenn man schon ein Qualzuchttier aufgenommen hat, ist es die Verantwortung der Besitzer*innen sich bestmöglich um dieses Tier zu kümmern und es in allen seinen gesundheitlichen Problemen zu unterstützen. Hierzu gehört eine engmaschige tierärztliche Betreuung, bestenfalls bei einem Tierarzt/ einer Tierärztin, der/ die in der Qualzuchtthematik bewandert sind, denn auch das ist leider nicht immer der Fall. Viele Qualzuchttiere brauchen eine medizinische Behandlung, die unter Umständen nicht billig ist. Dem muss man sich bewusst sein. Zusätzlich zur tierärztlichen Beratung empfehle ich jedem Qualzuchtbesitzer und jeder Qualzuchtbesitzerin sich eigenständig zu informieren – auf seriösen Aufklärungsprofilen, Internetseiten und auch auf Facebook gibt es tolle Aufklärungsgruppen. Aber es gibt ungünstigerweise auch immer wieder Seiten, die Halbwissen verbreiten.
Wenn man ein Qualzuchttier bei sich zu Hause hat, muss man sich den Bedürfnissen des Tiers anpassen. Brachyzephale Tiere sind häufig nicht so belastbar wie Tiere ohne Brachyzephalie und Besitzer*innen müssen dementsprechend darauf achten. Bei meinen Scottish Fold achte ich beispielsweise darauf, dass alle wichtigen Plätze ebenerdig erreichbar sind und sie nicht gezwungen sind, zu springen. Um ein Beispiel hierfür zu nennen: eine Hop-In Toilette käme somit niemals infrage für uns. Qualzuchttiere sollten selbstverständlich kastriert werden und Nachwuchs sollte unbedingt vermieden werden.
Ich denke, man trägt insbesondere als Qualzuchtbesitzer*in in den sozialen Medien eine gewisse Verantwortung. Jede*r kann seinen Teil zur Aufklärung beitragen, beispielsweise indem Qualzuchtfotos nicht ungefiltert gepostet werden. Ich habe mir unter anderem angewöhnt, unter jeden Beitrag einen Warnhinweis zu schreiben, dass die abgebildete Rasse eine Qualzucht ist und „nicht einfach nur süß“. Somit versuche ich zu vermeiden, dass andere meine Bilder sehen und die Katzen so süß finden, dass sie die Rasse auch kaufen wollen, ohne sich zu informieren. Das wird durch einen Hinweis in meiner Biografie, ein Scottish Fold Instagram Highlight und diverse Guides und Informationsbeiträge untermauert. Aber auch jeder Qualzuchtbesitzer kann seinen Beitrag zur Aufklärung leisten, ohne auf Social Media aktiv zu sein. Aufklärung im persönlichen Umfeld, im Familien- und Freundeskreis ist mindestens genauso wichtig.

Warum ist die Aufklärung über Scottish Fold Qualzucht so wichtig?
Mir ist es wichtig, noch einmal zu betonen, dass die Aufklärung über Qualzuchten NIE zulasten der Tiere geht. Natürlich hat jedes Tier ein liebevolles Zuhause verdient, ganz egal ob Mischling, Rassetier oder Qualzucht. Aber Mitleidskäufe beim Vermehrer*innen machen alles nur schlimmer. Ja, man hat der einen Katze geholfen und ihr ein tolles Zuhause gegeben. Aber dafür werden viele weitere, kranke Qualzuchtkatzen nachkommen. Solange es sich für Vermehrer*innen rentiert, die Rasse weiterzuzüchten, werden sie nicht aufhören.
Wer einem Qualzuchttier ein Zuhause schenken möchte, empfehle ich, sich an Tierschutzvereine zu wenden. Da wird niemand fälschlicherweise unterstützt und man kann dem Tier tatsächlich weiterhelfen.
Meine Message an jeden ist – egal ob Qualzuchtbesitzer*in oder nicht: sachliche und konstruktive Aufklärung ist im Qualzuchtthema das A und O! Wenn ihr mitbekommt, dass jemand sich überlegt eine Qualzucht anzuschaffen, versucht über die Folgen und das Leid der Tiere aufzuklären. Teilt Aufklärungsbeiträge und verschafft dem Thema mehr Aufmerksamkeit. Schaut nicht weg, wenn ihr seht, jemand hat eine Qualzucht und kennt sich überhaupt nicht aus. Die Tiere können ihre Schmerzen nicht in Worte ausdrücken und für sich selbst einstehen. Deshalb ist das unsere Aufgabe."
Vielen Dank liebe Frauke für deine tollen Antworten! Die Miez-Aktivistin lebt mit ihrem Freund und ihren drei Katern Neo, Fluffy und Moon in Baden-Württemberg und lebt neben ihrem Studium für ihre Haustiere und ihr Pony. Neo und Fluffy sind beide Kater der Rasse Scottish Fold, die auch als Qualzucht bekannt ist. Frauke ist dafür bekannt über Qualzuchten, artgerechte Tierhaltung und Ernährung aufzuklären. Dafür schon mal ein krasses MEWOW, liebe Frauke.
Vielen Dank an Frauke für deine Einblicke in das Leben mit Qualzucht-Katzen und deinen ehrlichen und offenen Austausch mit uns. Uns ist bewusst, welch ein sensibles Thema das ist und deswegen nochmal ein ganz großer Dank.
Als Katzenfutterunternehmen sind auch wir mit dem Thema konfrontiert, denn wir möchten nicht mit Qualzucht-Rassen werben und mehr aufklären. Als essenzielles Themengebiet des Tierschutzes war es uns ganz besonders wichtig, auch dieses Thema anzusprechen und darauf aufmerksam zu machen. Wenn du dich von Balkonien aus auch für den Tierschutz engagieren willst, dann schau unbedingt mal bei unseren Bio-Produkten für Katzen vorbei! Denn jede Portion Futter, Snack und jeder Sticker spendet für ausgewählte Tierschutzkatzen in Not. Wenn du medizinische Hilfe oder sogar eine Kastration spenden möchtest, dann check gleich mal unsere Artikel für Katzenfans ab.







1 Kommentar
Kerstin
Hallo Zusammen,
ich habe soeben den Bericht von Frauke über die Qualzucht gelesen. Ich selbst habe auch ein Scottish Fold. Ich habe Samedi mit 8 Jahren aus dem Tierheim zu mir geholt. Es war auch eine bewusste Entscheidung, den kaum jemand möchte eine alte und dazu noch kranke Katze haben.
Sie bekommt gegen ihre Schmerzen alle vier Wochen ein Schmerzmittel (Solensia), dazu jeden Tag eine Tablette Canossan (Grünlippmuschelpulver,) und mittlerweile jeden zweiten Tag Metacam. Es ist allerdings ein hoher finanzieller Faktor. Die Tierarztkosten belaufen sich jeden Monat auf ca. 150,—€, diese Kosten sollte man nicht unterschätzen. Ich spare dafür an mir und tue es sehr, sehr gern.
Ich muß sagen, es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Sie fühlt sich wohl. Die Schmerzmitteltherapie schlägt super an und es geht ihr gut, wenn man dies unter den gegebenen Umständen sagen kann. Sie flitzt wie eine Junge durch die Wohnung und auch sie bremst manchmal etwas spät… Sie fordert sogar ihre Spieleinheiten, und sie spielt auch alleine mit ihrem Lieblingsbällchen.
Samedi ist jetzt 12 Jahre alt und freut sich ihres Lebens. Und hoffentlich bleibt das auch noch lange Zeit.
Ich kann jedem empfehlen sich ein Tier aus dem Tierheim zu holen. Ich würde es wieder tun, allerdings dann keine Qualzucht mehr. Nicht nur wegen der Kosten.
Alles Gute
Kerstin
Hallo Zusammen,
ich habe soeben den Bericht von Frauke über die Qualzucht gelesen. Ich selbst habe auch ein Scottish Fold. Ich habe Samedi mit 8 Jahren aus dem Tierheim zu mir geholt. Es war auch eine bewusste Entscheidung, den kaum jemand möchte eine alte und dazu noch kranke Katze haben.
Sie bekommt gegen ihre Schmerzen alle vier Wochen ein Schmerzmittel (Solensia), dazu jeden Tag eine Tablette Canossan (Grünlippmuschelpulver,) und mittlerweile jeden zweiten Tag Metacam. Es ist allerdings ein hoher finanzieller Faktor. Die Tierarztkosten belaufen sich jeden Monat auf ca. 150,—€, diese Kosten sollte man nicht unterschätzen. Ich spare dafür an mir und tue es sehr, sehr gern.
Ich muß sagen, es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Sie fühlt sich wohl. Die Schmerzmitteltherapie schlägt super an und es geht ihr gut, wenn man dies unter den gegebenen Umständen sagen kann. Sie flitzt wie eine Junge durch die Wohnung und auch sie bremst manchmal etwas spät… Sie fordert sogar ihre Spieleinheiten, und sie spielt auch alleine mit ihrem Lieblingsbällchen.
Samedi ist jetzt 12 Jahre alt und freut sich ihres Lebens. Und hoffentlich bleibt das auch noch lange Zeit.
Ich kann jedem empfehlen sich ein Tier aus dem Tierheim zu holen. Ich würde es wieder tun, allerdings dann keine Qualzucht mehr. Nicht nur wegen der Kosten.
Alles Gute
Kerstin