Bei Caro leben schon lange zwei gerettete Katzen, die im letzten Jahr mit zwei Pflegehunden erfolgreich zusammengeführt wurden. Katzen und Hunde zusammenführen, wie geht das eigentlich?

Kann man Hunde und Katzen überhaupt zusammen halten und worauf muss ich bei der Auswahl der Tiere achten?
Kurz gesagt: Ja, das kann sehr gut funktionieren. Wichtig ist aber, dass man bei der Auswahl der Tiere und bei der Zusammenführung aufmerksam ist und realistische Erwartungen hat.
Es macht einen Unterschied, ob man sich für einen Welpen oder einen erwachsenen Hund entscheidet. Ein Welpe ist meistens sehr offen und lernfähig. Katzen kennt er in der Regel noch nicht, dafür kann man ihn von Anfang an langsam und positiv an sie heranführen. Trotzdem lohnt es sich, schon früh hinzuschauen: Welche Rasse oder Mischung steckt drin, welche Charakterzüge zeigen sich bereits und wie wahrscheinlich ist ein später stärkerer Jagdtrieb?
Auch wenn man mit einem Welpen viel gut aufbauen kann, bleibt das Thema trotzdem etwas, das begleitet werden muss. Bei einem älteren Hund ist es oft hilfreich, wenn er Katzen schon kennt. Der große Vorteil ist, dass man meist deutlich mehr über seinen Charakter weiß und einschätzen kann, wie er im Alltag reagiert. Trotzdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich sein Verhalten verändern kann, besonders wenn ein Hund aus dem Tierheim in ein richtiges Zuhause zieht.
Gerade wenn man Hundeanfänger oder Hundeanfängerin ist, sollte man hier sehr bewusst auswählen. Einen Hund zu erziehen und gleichzeitig eine anspruchsvolle Vergesellschaftung zu managen, kann sonst schnell zu viel werden. Katzen und Hunde zusammenführen? Gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt? Eine richtig gute Option, vor allem im Tierschutz, ist eine Pflegestelle mit Aussicht auf Endstelle. So hat man Zeit zu schauen, ob Katze und Hund wirklich zusammenpassen und wie sich das Zusammenleben entwickelt, ohne sofort eine endgültige Entscheidung treffen zu müssen.
Eine Pflegestelle mit Option Endstelle bedeutet, dass man von einem Tierschutzverein einen Hund oder Katzen zur Pflege nimmt und bei einer erfolgreichen Vergesellschaftung adoptiert. Sollte die Vergesellschaftung nicht klappen, wird das Pflegetier anderweitig vermittelt. Das bietet die Chance das Ganze mal testen zu können, ohne sich direkt festzulegen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es läuft nicht immer so, wie man es erwartet. Ich hatte bereits zwei Pflegehunde. Einer hat sich völlig problemlos mit den Katzen verstanden. Die andere Hündin hingegen nicht, obwohl sie Katzen vorher kannte und im Shelter eher ignoriert hat. Im häuslichen Umfeld hat sich das Verhalten dann deutlich verändert. Genau deshalb ist es so wichtig, jede Vergesellschaftung individuell zu betrachten.
Wenn bereits ein Hund im Haushalt lebt und Katzen dazukommen sollen, ist es natürlich ideal, wenn die Katzen Hunde kennen. Ist das nicht der Fall, ist das kein Ausschlusskriterium. Es heißt nur, dass man sehr langsam vorgehen sollte. Der Hund sollte eine gute Grunderziehung haben, also Dinge wie Sitz, Platz und Ruhe auch in schwierigeren Situationen umsetzen können. Hilfreich ist auch zu beobachten, wie er draußen auf Katzen reagiert, um zumindest grobe Anhaltspunkte zu haben.
Für die Katzen ist es wichtig, dass sie jederzeit Rückzugsmöglichkeiten haben. Erhöhte Liegeplätze, getrennte Bereiche und das Gefühl von Sicherheit sind hier entscheidend. Man sollte sich bewusst machen, dass eine Hund Katzen Vergesellschaftung gerade am Anfang viel Verantwortung und Management bedeutet. Hausleine, räumliche Trennung, klare Abläufe und ein wachsames Auge gehören dazu. Eine gute, langsame Vergesellschaftung kann mehrere Wochen dauern.
Das Ziel ist nicht, dass Katze und Hund miteinander kuscheln. Das passiert eher selten und sollte eher als schöner Bonus gesehen werden. Ein gutes Zusammenleben bedeutet vor allem, dass alle Beteiligten entspannt im selben Raum sein können, ohne Stress oder dauerhafte Anspannung. Wenn man sich unsicher fühlt oder wenig Erfahrung hat, ist es absolut sinnvoll, sich Unterstützung zu holen. Je nach Situation kann das Hundetraining oder Katzenverhaltensberatung sein, idealerweise mit Erfahrung bei einer Vergesellschaftung von Katze und Hund. Mit Geduld, Zeit und realistischen Erwartungen kann aus einer Zusammenführung von Katze und Hund ein sehr harmonisches Zusammenleben entstehen, auch wenn sie am Ende einfach nur entspannte Mitbewohner sind.

Wie bereite ich mich auf eine Vergesellschaftung von Katzen und Hunden richtig vor?
Eine gute Vorbereitung ist bei der Vergesellschaftung von Katze und Hund extrem wichtig. Je besser die Rahmenbedingungen von Anfang an stimmen, desto entspannter wird es für alle Beteiligten. War der Hund zuerst da, sollte als allererstes die Grunderziehung abgesichert sein. Der Hund sollte Sitz und Platz zuverlässig ausführen können, idealerweise auch in etwas aufregenden Situationen. Sehr hilfreich ist es außerdem, wenn der Hund die Hausleine kennt und gelernt hat, auf einer Decke oder einem festen Platz zur Ruhe zu kommen. Das kann man schon vorab ganz in Ruhe aufbauen.
Für die Katzen sollte unbedingt ein eigener Raum vorbereitet werden, ein richtiges Ankunftszimmer. Man kann sich das wie eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung für die Katze vorstellen. Futter, Wasser, Katzenklo, Kratzmöglichkeiten, Liegeplätze und Verstecke sollten dort stehen, sodass es ein echter Wohlfühlort ist. Gerade wenn der Hund vorher freien Zugang zur ganzen Wohnung hatte, ist es sinnvoll, diese Tür von Anfang an geschlossen zu halten, damit das nichts Neues oder Ungewöhnliches ist.
Wenn der Hund noch keine Katzen kennt, ist es wichtig, unkontrollierten Sicht- oder Körperkontakt zunächst zu vermeiden. Glastüren oder Milchglastüren können dafür zum Beispiel abgeklebt werden. So können sich Hund und Katze nicht plötzlich erschrecken oder hochfahren. In vielen Haushalten sind auch Babygitter sehr hilfreich, vor allem in der Anfangszeit. Sie ermöglichen Distanz und Sicherheit, ohne dass alles komplett abgeschottet ist.
Auch andersherum, wenn die Katzen zuerst da waren und ein Hund einzieht, gelten im Grunde die gleichen Prinzipien. Die Katzen sollten frühzeitig an neue Abläufe gewöhnt werden. Gerade nachts ist es wichtig, sich vorher Gedanken zu machen, wie man das organisatorisch lösen möchte. Häufig schläft man anfangs mit dem Hund in einem Raum, sei es im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer, während die Katzen in einem anderen Bereich sind. Diese Türen sollten nicht plötzlich erst mit Hund geschlossen werden, sondern idealerweise schon vorher Teil der Routine sein. Das nimmt den Katzen später viel Stress. Generell lohnt es sich, vor dem Einzug alles vorzubereiten, was neu sein wird. Neue Hundebetten, eine Box oder Ruheplätze sollten schon vorher in der Wohnung stehen.
Auch das Thema Füttern sollte vorab geklärt sein. Hund und Katzen sollten immer getrennt gefüttert werden, und man sollte genau wissen, wo das passiert. Ein oft unterschätzter Punkt sind Katzenklos. Viele Hunde finden diese besonders am Anfang sehr spannend. Deshalb sollte man vorher überlegen, wie man die Klos so platziert oder absichert, dass der Hund keinen Zugang dazu hat.
Zusätzlich gibt es Nahrungsergänzungsmittel oder Pheromonprodukte, die helfen können, Stress besser zu regulieren. Ob und was davon sinnvoll ist, sollte individuell entschieden werden und ist meist Teil einer Beratung. All diese Punkte sorgen dafür, dass der Start nicht chaotisch, sondern ruhig und strukturiert abläuft. Eine gute Vorbereitung nimmt enorm viel Druck aus der Situation und schafft die Basis für eine langsame, faire und entspannte Vergesellschaftung für Katze und Hund.

Welche Methode und welche Rituale sind sinnvoll für die Zusammenführung und wie hast du das gemacht?
Ich nutze hier unser eigenes Vorgehen einfach als Beispiel, als Orientierung. Bei uns war es so, dass unser Tierschutzhund noch ein Junghund war und klar war, dass die Stubenreinheit erst aufgebaut werden muss. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, dass der Hund bei uns im Schlafzimmer schläft. So konnten wir nachts schnell reagieren und direkt rausgehen. Diese Entscheidung war für uns organisatorisch sehr wichtig und hat viel Ruhe eingebracht. Diese Routine haben wir schon bevor der Hund da war etabliert, damit die Katzen die neue Abendroutine schon kennen.
Unsere Katzen kannten durch verschiedene Pflegesituationen bereits ihr Katzenzimmer. Das ist ein fest etablierter Raum, der wirklich ihnen gehört und in den der Hund auch langfristig keinen Zugang haben soll. Deshalb haben wir dort von Anfang an ein Babygitter installiert, durch das nur die Katzen passen. Das haben wir vorher getestet und auch mit den Katzen geübt, damit sie sicher wissen, wie sie durchgehen können. Parallel dazu haben wir mit den Katzen Target Training gemacht. Sie hatten feste Warteplätze, die sie kannten und zuverlässig ansteuern konnten. Das war für uns ein wichtiges Basistool für die Vergesellschaftung, weil es den Katzen Struktur und Kontrolle gegeben hat.
Auch beim Thema Fütterung und Ressourcen haben wir früh klar getrennt. Die Katzen wurden auf erhöhten Ebenen gefüttert, und in den Räumen, in denen der Hund sich hauptsächlich aufhielt, gab es keine Katzentoiletten. Die Klos waren für den Hund unzugänglich. In unserem Fall haben wir zum Beispiel im Bad ein Katzenklo mit einer Katzenklappe genutzt, durch die nur die Katzen passen. Ob das möglich ist, hängt natürlich immer von der Größe des Hundes ab, aber als Idee ist es oft sehr hilfreich. Am Anfang waren Hund und Katzen räumlich komplett getrennt. Wir haben zuerst mit Duft-Austausch gearbeitet und dann sehr strukturierte Begegnungen am Gitter aufgebaut. Die ersten Sichtungen waren extrem kurz. Dabei haben wir den Hund aktiv unterstützt, damit er ruhig bleiben konnte. Nach und nach haben wir das erweitert. Zuerst Begegnungen ohne Gitter, aber immer mit Hausleine am Hund, damit wir jederzeit eingreifen konnten. Wichtig war uns, dass keine Seite unkontrolliert auf die andere zugehen konnte. Genau deshalb ist eine Gittertür in der Anfangsphase so wertvoll, weil man das Verhalten gut beobachten und einschätzen kann.
Ganz praktisch hat sich gezeigt, dass es enorm hilft, zu zweit zu sein. Eine Person ist beim Hund, die andere bei den Katzen. In unserem Fall waren die Katzen zuerst da und kannten vorher keine Hunde. Entsprechend fanden sie die ersten Begegnungen eher gruselig, und die Sichtungen wurden bewusst sehr kurz gehalten. Danach wurde mit den Katzen gespielt, um Stress abzubauen und die Situation positiv abzuschließen.
Zusätzlich haben wir unterstützend mit Nahrungsergänzungsmitteln gearbeitet. Auch das ist immer individuell zu betrachten und kein Muss, kann aber helfen. Mit der Zeit wurden die Sichtungen länger. Erst mit Abstand, dann ohne Gitter, wobei die Katzen erhöht saßen und der Hund unten war. Die Katzen bekamen dabei zum Beispiel Schleckmatten, und der Hund eine ruhige Beschäftigung. Ziel war immer, Ruhe zu fördern und positive, entspannte Situationen zu schaffen. Parallel dazu lief das Deckentraining weiter. Der Hund hatte im Wohnzimmer einen festen Platz, den er kannte und auf dem er zur Ruhe kommen sollte. Schritt für Schritt wurde das Zusammensein ausgeweitet, immer angepasst an das, was für alle Beteiligten gut machbar war. Am Ende war das Ziel erreicht, dass Hund und Katzen entspannt gemeinsam in einem Raum sein können. Nicht, dass sie miteinander kuscheln oder interagieren müssen, sondern dass jeder sich sicher fühlt und seinen Platz hat. Katzen und Hunde zusammenführen, das heißt entspannt miteinander leben.

Was sind die häufigsten Fehler bei einer Vergesellschaftung zwischen Katzen und Hunden?
Einer der häufigsten Fehler ist tatsächlich unsere eigene menschliche Ungeduld. Wir wollen oft zu schnell zu viel und sind innerlich angespannt. Genau das überträgt sich aber auf die Tiere. Hunde und Katzen sind sehr sensibel für Stimmung, Körpersprache und Stress. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir selbst Ruhe ausstrahlen und das Gefühl haben, die Situation unter Kontrolle zu haben. Gerade wenn mehrere Personen beteiligt sind, sollte klar abgesprochen sein, wer was übernimmt. Wer ist beim Hund, wer bei den Katzen, wer greift ein und wie. Diese Klarheit nimmt enorm viel Druck aus der Situation und sorgt für Sicherheit auf allen Seiten.
Ein weiterer sehr häufiger und leider auch folgenschwerer Fehler ist, Katze und Hund einfach ungesichert aufeinandertreffen zu lassen. Ohne Hausleine, ohne Gitter, ohne Management. Das ist oft der Moment, in dem die Basis bereits negativ gelegt wird. Der Hund kann die Katze jagen oder erfolgreich verscheuchen und nimmt dieses Verhalten als erstes Lernerlebnis mit. Die Katze erschrickt, fühlt sich bedroht und speichert den Hund als Gefahr ab. Gerade bei ohnehin sensiblen oder ängstlichen Katzen kann das langfristige Auswirkungen haben.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn man die Situation nicht mehr gut trennen oder unterbrechen kann, weil der Hund keine Leine trägt oder keine klaren Abbruchsignale kennt. In solchen Momenten verlieren auch wir Menschen schnell die Ruhe, weil wir eingreifen müssen. Im schlimmsten Fall kann es zu Verletzungen kommen, egal ob von Hund oder Katze ausgehend. Und genau so entsteht keine stabile, vertrauensvolle Basis für ein späteres Zusammenleben.
Ein weiterer Fehler liegt oft im falschen Umgang mit der Kommunikation der Tiere. Wenn eine Katze faucht, ist das nicht automatisch etwas Negatives. Es heißt schlicht, dass sie mehr Abstand braucht. Genau diesen Abstand sollten wir ihr dann auch ermöglichen. Das Gleiche gilt für Hunde. Ein Knurren ist kein Fehlverhalten, sondern ein wichtiges Signal, dass es gerade zu nah oder zu viel ist. Diese Signale ernst zu nehmen und nicht zu bestrafen, ist ein zentraler Bestandteil einer gelungenen Vergesellschaftung.
Auch beim Thema Abstand wird häufig zu schnell vorgegangen. Manche halten Katze und Hund zunächst getrennt, machen Duft-Austausch und setzen sie dann sehr nah am Gitter zusammen. Für viele Tiere ist das zu viel. Am Anfang sollte der Abstand größer sein und dann Schritt für Schritt reduziert werden, immer angepasst an das, was Katze und Hund gut verarbeiten können.
Um solche Fehler zu vermeiden, ist es absolut sinnvoll, sich Unterstützung zu holen, besonders wenn man noch keine Erfahrung mit Hund-Katzen-Vergesellschaftungen hat. Je nachdem, welche Tierart zuerst im Haushalt war, kann das eine Hundetrainerin oder eine Katzenverhaltensberaterin sein. Auch gut aufbereitete Ratgeber (wie z.B mein eigener) können helfen, ein besseres Verständnis für die Abläufe zu bekommen und typische Stolperfallen zu vermeiden. Sich Hilfe zu holen ist keine Schwäche, sondern Verantwortung. Katzen und Hunde zusammenführen, da ist Expertise einfach sinnvoll. Am Ende wünschen wir uns alle ein entspanntes, harmonisches Miteinander. Und genau dafür lohnt es sich, von Anfang an langsam, abgesichert und mit einem guten Gefühl vorzugehen.

Wie erkenne ich, dass die Tiere sich langfristig verstehen?
Die wichtigste Antwort vorweg: Das ist immer individuell. Es gibt keine feste Zeitspanne und kein eindeutiges Zeichen, das für alle Vergesellschaftungen gilt. Trotzdem gibt es klare Hinweise, an denen man erkennen kann, ob sich ein Zusammenleben langfristig gut entwickelt.
Ein gutes Zeichen ist vor allem Entspannung im Alltag. Alle Tiere fressen normal, gehen ganz selbstverständlich aufs Klo und zeigen kein dauerhaftes Meide- oder Stressverhalten. Hund und Katzen können sich im selben Raum aufhalten, ohne dass Spannung in der Luft liegt. Jeder hat seine festen Rückzugsorte und diese werden auch respektiert. Es gibt keine negativen Interaktionen wie Jagen, Fixieren, permanentes Anstarren oder ständiges Ausweichen aus Angst.
Langfristig verstehen heißt nicht, dass Hund und Katze miteinander kuscheln oder zusammen im Bett liegen. Das passiert zwar manchmal, ist aber eher die Ausnahme. Ein gelungenes Zusammenleben bedeutet vor allem, dass sie ruhig und sicher koexistieren können. Genau das ist das eigentliche Ziel.
Was die Dauer angeht, darf man sich ehrlich machen: Eine Zusammenführung kann unterschiedlich lange dauern. In der Anfangszeit ist oft mehr Management nötig, Beispielsweise mit Babygittern, Hausleinen oder räumlicher Trennung. In manchen Fällen wird ein Teil dieses Managements sogar dauerhaft bleiben. Auch das ist völlig in Ordnung. Wir sollten uns immer bewusst machen, dass wir hier zwischen zwei unterschiedlichen Spezies vermitteln. Wir sind das Bindeglied, wir übersetzen Situationen, schaffen Sicherheit und Rahmenbedingungen. Manche Vergesellschaftungen verlaufen sehr schnell und unkompliziert, andere brauchen viel Zeit, Geduld und Anpassung. Es gibt kein Patentrezept, das sagt: "Nach so vielen Wochen ist alles erledigt.” Katzen und Hunde zusammenführen heißt nicht es gibt Plan XY und der löst das ganz sicher, denn jedes Tier ist individuell anders.
Ich kann gut verstehen, dass man sich Planbarkeit wünscht. Gerade deshalb finde ich das Modell Pflegestelle mit Aussicht auf Endstelle so wertvoll. Egal, ob man sich einen Hund oder Katzen holt oder umgekehrt. Man hat die Möglichkeit zu prüfen, ob man der Situation gewachsen ist, ob es emotional, organisatorisch und vom Charakter her passt. Und falls nicht, hat man trotzdem etwas Gutes getan, weil man dem Tier den Start in ein Zuhause ermöglicht hat.
Nicht jede Konstellation passt dauerhaft zusammen, und das ist kein Scheitern. Manchmal liegen die eigenen Ressourcen gerade woanders, manchmal passen die Charaktere einfach nicht. Wichtig ist, ehrlich hinzuschauen und Entscheidungen im Sinne aller Beteiligten zu treffen. Katzen und Hunde zusammenführen? Dranbleiben lohnt sich! Mit Geduld, realistischen Erwartungen und guter Begleitung kann sich ein stabiles, entspanntes Zusammenleben entwickeln. Und wenn es am Ende bedeutet, dass alle einfach friedlich nebeneinander leben können, dann ist das bereits ein großer Erfolg.

Gibt es Fälle, bei denen du von einer Vergesellschaftung zwischen Katzen und Hunden abraten würdest?
Ja, die gibt es. Und das ist kein Urteil über Menschen oder Tiere, sondern eine realistische Einschätzung der Ausgangslage. Wenn man bereits Katzen hat, die sehr schreckhaft sind, keine Hunde kennen, ein geringes Selbstbewusstsein haben und auf Veränderungen im Haushalt stark mit Stress reagieren, ist das keine gute Basis, um spontan einen Hund dazu zu holen. In solchen Fällen wäre der erste Schritt nicht ein Hund, sondern die Arbeit an der Stressresilienz und dem Sicherheitsgefühl der Katzen.
Auch wenn man merkt, dass man mit den Katzen im Alltag bereits stark gefordert oder überfordert ist, lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen. Können die Grundbedürfnisse zuverlässig erfüllt werden? Gibt es mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, ausreichend Beschäftigung, Bewegung, Rückzugsorte und ein gutes Wohnraum-Management? Funktioniert getrenntes Spielen, sodass jede Katze wirklich gesehen wird? Wenn diese Basics noch nicht stabil laufen, ist es sinnvoll, genau dort anzusetzen, bevor ein weiterer Faktor dazu kommt.
Das heißt nicht, dass solche Katzen niemals mit einem Hund zusammenleben können. Es bedeutet nur, dass die Energie zunächst in die Katzen fließen sollte. Mit Training, Anpassungen im Alltag und gegebenenfalls Unterstützung durch eine Katzenverhaltensberaterin kann sich hier viel verändern. Erst wenn die Katzen sich sicherer fühlen und besser mit Veränderungen umgehen können, entsteht eine tragfähige Grundlage. Genauso gilt das auch für die andere Seite.
Wenn bereits ein Hund im Haushalt lebt, der einen sehr starken Jagdtrieb zeigt und auf alles reagiert, was sich bewegt, ist Vorsicht geboten. Auch hier ist es kein grundsätzliches Nein, sondern ein Hinweis, dass zuerst hingeschaut werden sollte. Viele Hundetrainer und Hundetrainerinnen bieten genau für solche Themen Einschätzungen an. In einem Termin kann man klären, ob und wie an diesen Punkten gearbeitet werden kann und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Auch grundlegende Dinge spielen eine große Rolle. Ein Hund, der nicht zur Ruhe kommt, dauerhaft überdreht ist, zu wenig schläft oder keine stabilen Entspannungsrituale kennt, bringt keine gute Basis für eine Vergesellschaftung mit. Ruhe, Frustrationstoleranz und Selbstregulation sind zentrale Faktoren, die vorher aufgebaut werden sollten.
All das sind Situationen, in denen ich dazu raten würde, erst einmal innezuhalten, sich Unterstützung zu holen und die Basis zu stärken. Der Austausch mit passenden Expert*innen ist hier kein Umweg, sondern oft der entscheidende Schritt. Am Ende geht es nicht darum, etwas um jeden Preis möglich zu machen, sondern darum, verantwortungsvoll zu prüfen, was für alle Beteiligten machbar und fair ist. Und manchmal bedeutet das eben, einen Wunsch zu verschieben, um langfristig bessere Voraussetzungen zu schaffen.
Unser Fazit aus Caros unglaublich wertvollen Antworten ist: Katzen und Hunde zusammenführen? Das geht auf jeden Fall, aber man sollte sich vorher gut überlegen, ob die eigenen Tiere dafür geeignet sind. Es ist hilfreich sich bei einer Beratung, wie einem Hundetraining oder einer Katzenverhaltensberatung Hilfe zu suchen und sich unterstützen zu lassen.

Danke an Caro von Catwissen!
Katzen und Hunde zusammenführen? Wir wissen jetzt Bescheid. Danke liebe Caro! Catwissen, das ist Caro. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei geretteten schwarzen Katzen Sol und Luna zusammen. Immer wieder haben sie Pflegekatzen in ihrer Miez-Bude und hatten auch schon zwei Pflegehunde. Caro hat im Themenfeld Katzenverhalten schon zahlreiche Fort- und Weiterbildungen gemacht und macht aktuell on top noch eine Weiterbildung zur Verhaltens- und Ernährungsberaterin für Katzen. Sie führt den Instagram-Account @catwissen und klärt dort über alle möglichen Themen rund um Katzenverhalten auf, neu gestartet ist auch der Catwissen Onlineshop, in dem du tolle Webinare und Informationen rund um artgerechte Katzenhaltung oder eben auch Katzenverhaltensberatung finden kannst. MEWOW! Also, das Miez-Wissen kommt hier nicht zu kurz, schau mal rein!
Wir sagen vielen Dank für die tollen Einblicke und Infos rund um so ein sensibles Thema und freuen uns, einen STRAYZ-Ultra, wie Caro und ihre Gang an unserer Seite zu haben, denn nicht nur ihre eigenen Katzen und ihre Pflegekatzen lieben unser STRAYZ Bio-Katzenfutter, sondern auch ihre Pflegehunde lieben unsere STRAYZ Bio-Snacks und auch Caro ist ein kleiner STRAYZ Ultra und das ehrt uns richtig doll. Ganz viel MIEZLIEBE!










1 Kommentar
Margrit Helmrich
Hallo,
bevor ich die vorangegangenen Tips gelesen habe, habe ich meine 11-jährige PON Hündin vor 6 Wochen mit einem 10 Wochen alten kleinen Kater zusammengeführt. Nach 3 Tagen habe ich gesagt, wenn es nach einer Woche nicht klappt, gebe ich den Kater wieder weg, ich möchte nicht, dass er in Angst unterm Sofa aufwächst. Meine Kinder meinten, 2 Wochen müsste ich ihnen doch Zeit geben.
Es kam ganz anders als befürchtet, nach dem 3. Tag wurde es von Tag zu Tag immer besser.
Heute kuscheln die beiden, schlafen nebeneinander, der kleine Rambo bekommt von Mona das Köpfchen geleckt und wird als Dankeschön schnurrend beschmust. Wir kennen von beiden Seiten kein aggressives Verhalten und der Hund toleriert auch, dass in dem langen Fell mal gezupft wird. Nur beim Fressen trennen wir die beiden sicherheitshalber (der Kater erhält erhöht sein Futter, auch weil unser Hund sehr verfressen ist) und wenn wir das Haus verlassen, trennen wir sie auch noch.
Ich muss noch dazu sagen, dass unser Hund Wohnungskatzen bei unserer Tochter kannte und es gab bei Besuchen auch da keine großen Probleme.
Ansonsten sind wir Rentner und die Tiere müssen selten allein bleiben und bekommen beide viel Zuwendung.
Viele Grüße von uns
Hallo,
bevor ich die vorangegangenen Tips gelesen habe, habe ich meine 11-jährige PON Hündin vor 6 Wochen mit einem 10 Wochen alten kleinen Kater zusammengeführt. Nach 3 Tagen habe ich gesagt, wenn es nach einer Woche nicht klappt, gebe ich den Kater wieder weg, ich möchte nicht, dass er in Angst unterm Sofa aufwächst. Meine Kinder meinten, 2 Wochen müsste ich ihnen doch Zeit geben.
Es kam ganz anders als befürchtet, nach dem 3. Tag wurde es von Tag zu Tag immer besser.
Heute kuscheln die beiden, schlafen nebeneinander, der kleine Rambo bekommt von Mona das Köpfchen geleckt und wird als Dankeschön schnurrend beschmust. Wir kennen von beiden Seiten kein aggressives Verhalten und der Hund toleriert auch, dass in dem langen Fell mal gezupft wird. Nur beim Fressen trennen wir die beiden sicherheitshalber (der Kater erhält erhöht sein Futter, auch weil unser Hund sehr verfressen ist) und wenn wir das Haus verlassen, trennen wir sie auch noch.
Ich muss noch dazu sagen, dass unser Hund Wohnungskatzen bei unserer Tochter kannte und es gab bei Besuchen auch da keine großen Probleme.
Ansonsten sind wir Rentner und die Tiere müssen selten allein bleiben und bekommen beide viel Zuwendung.
Viele Grüße von uns