Qualzucht bei Hunden Hunderassen als Qualzuchten bei Hunden

Qualzucht bei Hunden - das solltest du wissen!

Was bedeutet eigentlich die Qualzucht von Hunden und wie kannst du erkennen, ob es sich um eine Qualzucht-Hunderasse handelt? Oftmals leiden betroffene Hunde unter Gesundheitsproblemen, die ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Vielen Hundebesitzer*innen ist oft nicht bewusst, eine solche Rasse zu besitzen. Deshalb ist es wichtig, das Thema zu verstehen und aufzuklären.

Was ist eine Qualzucht?

Was eine Qualzucht ist, ist gesetzlich in § 11b des Tierschutzgesetzes definiert. Vereinfacht kann man den Paragraphen so zusammenfassen: Wenn ein Tier aufgrund von erblichen Bedingungen Schmerzen hat, leidet oder ihm Körperteile und Organe fehlen, die es für sein arttypisches Verhalten braucht, handelt es sich um eine Qualzucht. Die Zucht von Qualzuchten ist nach § 11b in Deutschland verboten, leider ist in der Realität kaum Platz für dieses Verbot, es wird nicht wirklich kontrolliert und Qualzuchten werden munter weiter vermehrt.

Viele Hunderassen wurden im Laufe der Zeit so gezüchtet, dass sie bestimmte optische Eigenschaften haben. Und genau hier liegt auch schon das Problem: Einige Züchter*innen haben, aufgrund der Nachfrage nach bestimmten Erscheinungsbildern und dem damit verbundenen größeren Profit, die Gesundheit der Hunde aus den Augen verloren. 

Wie kommt es eigentlich zur Überzüchtung einer Rasse?

Das passiert, wenn Züchter*innen immer wieder Hunde mit ähnlichen optischen, aber eigentlich unnatürlichen Merkmalen paaren. Dabei werden genau diese Merkmale verstärkt und führen langfristig zu bspw. immer kleineren Hunden, kürzeren Nasen und hervorstehenden Augen.

Qualzucht Hunderassen Mops

Wie erkennst du Qualzuchten bei Hunden?

Beispielsweise bei den beliebten Hunderassen Mops, Französische/ Englische Bulldogge aber auch bei Boxern oder Pekinesen sind die Zuchtmerkmale deutlich zu erkennen. Hunde mit dieser Gesichtsstruktur sind auch als “Brachycephal” bekannt. Das bedeutet, dass ihre Nasenlöcher und Atemwege verengt sind und sie durch ihre platte Nase kaum Luft bekommen. Dazu kommen oft weitere Probleme mit den hervorstehenden Augen, der Haut und ihrer Wirbelsäule.

Auch besonders klein gezüchtete Hunde wie Chihuahua, Yorkshire Terrier und andere Zwerghunderassen, zum Beispiel Toy-Pudel oder Teacup-Pomeranians, leiden unter ihrem Aussehen. Denn ihre Organe und das Gehirn lassen sich nicht gleichmäßig und gesund verkleinern. Häufige Folgen? Schwache, rissige Schädeldecken, Gebiss- und Kieferprobleme und leicht zerbrechliche Knochen.

Leider ziehen die meisten durch eine übermäßige Zucht verstärkten optischen Merkmale gesundheitliche Probleme mit sich. Weitere Beispiele dafür sind Dackel oder Corgis, die durch ihren langen Wirbelsäulen oft Bandscheibenvorfälle haben, aber auch bei Rhodesian Ridgebacks bilden sich vermehrt Zysten an ihrem charakteristischen "Ridge” am Rücken. 

Ja, auch die beliebten Schäferhunde sind anfällig für Krankheiten aufgrund ihrer Züchtung. Ein sehr häufiges Problem ist die Hüftdysplasie. Das ist eine genetische Erkrankung, bei der die Hüftgelenke nicht richtig geformt sind und zu Schmerzen und Steifheit führen können.

Selbst das Anzüchten einer bestimmten Fellfarbe wie blaue und silberne Hunde (Blue-Line) oder ein bunt geschecktes Fell (Merle-Faktor), welches man oft bei Australian Shepherds sieht, führt zu angeborenen Problemen. Denn häufig sind diese Hunde taub oder blind und haben vermehrt mit Juckreiz, Fellverlust und Hautekzemen zu kämpfen.

Wie du siehst, kommt hier einiges zusammen, doch das ist leider noch nicht alles. Deshalb: Informiere dich immer gut über die verschiedenen Hunderassen und vor allem ihre Gesundheit. Denn je mehr du weißt, desto besser kannst du verantwortungsbewusst handeln. 

Qualzucht Hund

Wieso sind Qualzuchten nicht verboten?

In Deutschland gibt es ein Gesetz, das eigentlich genau das regelt, den § 11b des Tierschutzgesetzes. Das Gesetz besagt, dass es verboten ist, Tiere so zu züchten, dass sie Schmerzen haben oder nicht richtig leben können. Zum Beispiel, aufgrund von vererbten bestimmten Merkmalen.

Aber hier kommt die traurige Realität: Obwohl dieses Gesetz in der Theorie existiert, sieht die Praxis leider anders aus. Kontrollen seitens der Behörden sind spärlich. Das macht es vor allem vielen privaten, illegalen "Ebay Kleinanzeigen" Züchter*innen und Vermehrer*innen ein leichtes Spiel. Auch die Kofferraum-Welpen, die illegal auf Parkplätzen verkauft werden und im Ausland unter schlimmsten Bedingungen hochgezüchtet werden, zeichnen die traurige Realität. Du möchtest mehr zum Thema erfahren, dann schau auf jeden Fall mal bei Elena von Andershund vorbei, die sich gegen den illegalen Welpenhandel einsetzt.

Qualzucht Hunderasse Welpen

Wie kannst du dich gegen Qualzuchten einsetzen?

  1. Informiere dich gut über die verschiedenen Qualzuchten und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit der Hunde. Je mehr du weißt, desto besser kannst du andere darüber aufklären und Entscheidungen treffen.

  2. Unterstütze keine Züchter*innen, die bekannte Qualzuchtmerkmale fördern. Schau dich auch gerne mal im Tierschutz um, hier warten viele fantastische Hunde darauf, adoptiert zu werden und auch Rassehunde findest du im Tierschutz. 

  3. Setze einen Disclaimer unter Fotos, Videos und Werbeanzeigen, die Qualzuchten darstellen: Achtung Qualzucht - bitte informiere dich gut. Denn vielleicht regen diese Aufnahmen andere zum unüberlegten Nachkaufen an.

  4. Teile dein Wissen und nutze deine Stimme auf Social-Media oder in deinem Freund*innenkreis, um über die Probleme von Qualzuchten aufzuklären. Je mehr Menschen aufgeklärt sind, desto größer ist die Chance auf eine Veränderung.
Französische Bulldogge Hund Qualzucht


Spezielles Futter für Qualzuchtrassen?

Wie oft hast du schon Werbung auf Social Media mit Qualzuchtrassen gesehen? Es gibt sogar ganze Futterlinien, die „Linderung“ bei Qualzuchtmerkmalen bringen sollen. Hauptsache die Kasse klingelt. Hast du gewusst, dass rassespezifische Futtersorten oft nichts weiter als Marketing und in den allermeisten Fällen überhaupt nicht nötig ist? Lies dazu unbedient das Interview "Brauchen Hunde wirklich rassespezifisches Hundefutter?" mit Hunde-Ernährungs-Expertin Franzisca!

Als Tierfutter-Unternehmen sind wir der Meinung, dass mit Qualzuchtrassen nicht geworben werden darf, um nicht zu unüberlegten Nachkäufen anzuregen und die gesundheitlichen Einschränkungen nicht zu verharmlosen. Mehr zum Thema Qualzuchten in der Werbung findest du hier.

Wenn du dich von Zuhause aus für den Tierschutz engagieren willst, dann schau bei unseren Bio-Produkten für Hunde und Geschenkideen für Hundefans vorbei, denn jede Portion Futter, jeder Snack und jeder Sticker spendet an Streuner in Not.

Häufige Fragen zu Qualzucht bei Hunden

Von einer Qualzucht bei Hunden spricht man, wenn Tiere aufgrund gezielt gezüchteter Merkmale unter Schmerzen, Leiden oder gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Häufig betroffen sind unter anderem die Atmung, das Skelett, die Augen oder die Haut. Das Wohlbefinden der Hunde steht dabei hinter dem gewünschten Aussehen zurück.

Nach § 11b des Tierschutzgesetzes ist die Zucht von Tieren verboten, wenn vorhersehbar ist, dass die Nachkommen erblich bedingt unter Schmerzen, Leiden oder Schäden leiden. Dennoch werden auch heute noch Hunde mit Qualzuchtmerkmalen gezüchtet und verkauft. Deshalb sind Aufklärung und verantwortungsvolle Kaufentscheidungen besonders wichtig.

Qualzuchthunde weisen häufig äußerliche Merkmale auf, die ihre Gesundheit beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise extrem kurze Schnauzen, übermäßige Hautfalten, sehr kurze Beine oder stark hervorstehende Augen. Diese Merkmale können zu Atemproblemen, Augenkrankheiten, Gelenkbeschwerden oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen führen.

Ja. Einen Qualzuchthund aus dem Tierheim oder Tierschutz zu adoptieren unterstützt keine weitere Zucht und gibt einem bereits geborenen Hund die Chance auf ein liebevolles Zuhause. Wichtig ist, sich über mögliche gesundheitliche Besonderheiten zu informieren und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen einzuplanen.

Der wichtigste Beitrag ist, keine Hunde mit Qualzuchtmerkmalen bei Züchtern oder Vermehrern zu kaufen. Stattdessen kannst du einem Hund aus dem Tierheim ein Zuhause geben, dich über die Folgen von Qualzucht informieren und andere Menschen für das Thema sensibilisieren. Eine bewusste Entscheidung hilft dabei, die Nachfrage nach Qualzuchthunden langfristig zu reduzieren.

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