Warum du Straßenkatzen im Urlaub nicht füttern solltest!

Miez-Held*innen Katzen Schnack
Warum du Straßenkatzen im Urlaub nicht füttern solltest! - Warum du Straßenkatzen im Urlaub nicht füttern solltest | STRAYZ

Geht es dir im Urlaub genauso, wie uns? Wir würden am liebsten jede Straßenkatze, die wir sehen, füttern und im Koffer mit nach Hause nehmen. Dabei haben wir uns die Frage gestellt, ob das Füttern der Streuner überhaupt hilfreich ist.

Unserer Meinung nach gibt es keine Bessere, als unsere Miez-Heldin Jackie Palmer, die Gründerin von Street Cats Rescue aus dem spanischen Conil, die diese Frage beantworten kann. Jackie macht sich seit 18 Jahren für den Schutz der lokalen Fellnasen stark und hat zusammen mit ihrem Team das Leben der spanischen Straßenkatzen nachhaltig verbessert. Aber wie sieht es nun aus mit den Streunern im Urlaub?

Jackie Palmer Street Cats Rescue

Liebe Jackie, ist es hilfreich, Straßenkatzen im Urlaub zu füttern?

So sehr ich es auch verstehen und nachvollziehen kann, dass Tourist*innen den hungrigen Streunern auf der Straße helfen wollen, ist es nicht unbedingt das Beste, sie zu füttern. Wir sehen es jedes Jahr in Conil, dass die Katzen nach dem Ende der Saison und dem Weggang der Tourist*innen ohne Nahrungsquelle zurückbleiben. Zudem verlieren sie in dieser Zeit auch die Fähigkeit, selbst zu „überleben“ und Nahrung zu finden. Darüber hinaus lockt das Füttern von Katzen mehr Katzen in die Gegend, was oft zu Problemen mit den lokalen Nachbar*innen führt, die natürlich nicht alle Verständnis dafür haben, dass streunende Katzen vor ihrer Haustür leben.

Doch das ist nicht alles. Dadurch, dass das Füttern Katzen anzieht, gibt es auch mehr Kätzchen, die an diesen Orten geboren werden. Wenn man also nur wenige Katzen füttert, kann sich die Situation leicht in eine große (unkontrollierte) Kolonie verwandeln. Dies bringt eine Reihe von Problemen mit sich: Ständig werden neue Kätzchen geboren, bei denen sich Menschen mit der Bitte um Hilfe bei uns melden (Adoption, Pflege), Kämpfe zwischen Katern (dadurch Verletzungen und wieder Leute, die uns um Hilfe bitten), laute Geräusche während der Paarungszeit, was für die Einheimischen ein Ärgernis ist und das Verständnis für und die Akzeptanz der Straßenkatzen im Allgemeinen nicht unterstützt. Dazu zählen auch die Essensreste, die Menschen auf der Straße liegen lassen, um die Katzen zu füttern.

Das alles gilt für Hotelgäste, aber auch für die Mieter*innen von Ferienhäusern. Viele übernehmen für die Dauer ihres Aufenthaltes die Betreuung der Katzen in ihrem Garten und kontaktieren uns nur wenige Tage vor ihrer Abreise und bitten uns um Hilfe, die wir nicht immer, insbesondere nicht kurzfristig, anbieten können.

Gibt es eine Möglichkeit den Streunern im Urlaub zu helfen?

Wie man den Katzen vor Ort helfen kann, hängt immer von den lokalen Gegebenheiten und Umständen ab. Schau am besten auf Facebook nach Tierschutzorganisationen oder Menschen, die sich für Straßenkatzen in deinem Urlaubsort einsetzen. Trete mit diesen in Kontakt oder poste einen Beitrag in einer Facebook-Gruppe und biete deine Hilfe an. Die meisten Städte in Spanien haben sogenannte private „Protectoras“ (Katzen- (oder Hunde-) Rettungsdienste oder Einzelpersonen, die sich um Straßenkatzen kümmern), die immer Hilfe benötigen.

Für uns als kleine Organisation mit begrenzten Mitteln und Zeit gibt es drei Bereiche, in denen wir für jede Hilfe dankbar wären:

1. Füttern der Katzenkolonien

Jackie Palmer füttert Straßenkatzen

Während des Sommers brauchen wir immer Hilfe bei der Fütterung unserer Kolonien, da die regelmäßigen, ortsansässigen Freiwilligen oft selbst im Urlaub sind. Wir sorgen für Essen und zeigen, was zu tun ist. Besonders unsere Beach Cat Kolonie ist bei Tourist*innen sehr bekannt und beliebt und viele Stammurlauber*innen kommen jedes Jahr, um die Katzen am Strand zu füttern.

2. Finanzieren von Kastrationen

Indem man für die Kastration einer Straßenkatze bezahlt oder sogar anbietet, eine Straßenkatze zum*zur Tierarzt*in zu bringen und sie nach der Operation wieder freizulassen, hilft man das Problem der Streuner an der Wurzel zu packen.

3. Übernahme einer Flugpat*innenschaft

Wir brauchen immer dringend Hilfe beim Transport von bereits adoptierten Kätzchen nach Deutschland. Jede*r, der*die mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland reist, kann ein*e Flugpat*in sein. Das heißt, er*sie würde ein oder zwei Kätzchen auf seinem*ihrem Flug zurück nach Deutschland mitnehmen, egal ob im Frachtraum oder in der Kabine. Am anderen Ende wartet die neue Familie und nimmt die Kätzchen auf.

Alle Kosten werden von Street Cats Rescue übernommen (zu einer Spende würden wir aber nicht nein sagen, die Kosten für die Mitnahme einer Katze liegen zwischen 50 und 80 Euro). Dies ist eine einfache und bequeme Möglichkeit für unsere Kätzchen, in ihr neues Zuhause zu reisen – und die Übergabe der Kätzchen an ihre neuen Familien ist immer ein herzerwärmender Moment. Ich spreche aus Erfahrung, da ich selbst mehrere Reisen nach Deutschland unternommen habe, nur um Kätzchen zu ihren neuen Familien zu bringen.

Du kannst Conils Streuner auch von Balkonien aus unterstützen

Du fährst dieses Jahr nicht in den Urlaub und möchtest dich trotzdem für die Miezen stark machen? Dann kannst du dies ganz einfach mit deiner STRAYZ Bestellung tun. So spendet zum Beispiel jeder unserer Futterbeutel eine Mahlzeit für eine Miez in Not und unser Poster sowie auch unser Pulli finanzieren die Kosten für eine Kastration. Toll, oder? Schau direkt mal in unserem Shop vorbei und gönn deiner Miez, einem Streuner in Not und natürlich auch dir. Die Spenden übergeben wir immer am Monatsende an unsere tollen Miez-Held*innen.


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